Wir scheinen kein großes Glück zu haben mit südamerikanischen Airlines. Soviel vorab. Für uns geht es mit der Aeromexico Business Class in deren Boeing 787-8 Dreamliner von Mexiko nach São Paulo. Ganze 8,5 Stunden Flugzeit, die leider viel zu langsam vorbei ging. Immerhin kamen sicher ans Ziel, das ist die Hauptsache. Dennoch bietet Aeromexico ausgewählt sogar Chauffeurservice für deren Business Class Kunden an. Da waren unsere Erwartungen höher, als letztendlich das Produkt und die Dienstleistung gehalten haben.

Registriernummer: N783AM
Erster Flug: 23.10.2015

Bild: John Taggart from Sunbury on Thames, Middlesex

Groundservice

Zuerst einmal würde man denken, Heimvorteil für Aeromexico! Aber Pustekuchen. Am Flughafen von Mexico gibt es eine extrem lange Schlange an Business Class oder Statuskunden für den Checkin. Wir sind zwar nicht zu spät, aber auch nicht erheblich zu früh am Flughafen. Daher dauerte der Checkin schon gut eine Stunde, bis wir überhaupt dran waren. Noch nie, an keinem einzigen Flughafen und keiner Airline hat es bisher für einen Business Class Flug über eine Stunde gedauert, bis wir die Boardkarten erhalten haben.

Weiter könnte man sich den Besuch der Aeromexico Business Class Lounge auch sparen. Sicherlich, es gibt ein Angebot an Speisen und Getränken, auch eine Bar. Allerdings erinnert die Lounge in der Hauptstadt des Landes und dem Drehkreuz der Airline doch ein wenig an eine unterdurchschnittliche Bezahllounge. Getränke von minderer Qualität, Speiseauswahl äußerst beschränkt und mit viel abgepacktem. Einzig zwei kalte Eier und ein mit Zucker überhäufter Joghurt mit etwas Müsli ist essbar. Selbst auf den könnte man verzichten, das Wort Müsli ist schon sehr weit hergeholt. Es fängt also schon gut an, dabei war der Kurzstreckenflug eigentlich sehr nett.

Boarding

Zum Boarding kommen wir etwas zu spät, was weniger an der Lounge, vielmehr am Boardingkonzept lag. Aeromexico beginnt deutlich früher mit dem Zustieg bei unserem Flug, als angesagt. Somit sind wir nicht die ersten an Board und beschränken uns damit auf das Video- und Fotomaterial, was nun noch rauszuholen ist. Begrüßt wird man salop, wir sind nicht viel anderes gewohnt von südamerikanischen Airlines. Ohne diese jetzt alle über einen Kamm zu scheren.

Als Willkommensgetränk in der Aeromexico Business Class gibt es Wasser und Orangensaft. Hätten wir mal das Wasser genommen. Der Orangensaft ist genauso ungenießbar wie so einige andere Getränke in der Lounge. Interessant ist, dass die Maschine offenbar nicht gereinigt wurde. Glasränder auf der Ablagefläche zwischen uns. Zudem Krümel auf dem Tisch und die Menükarte sowie Vielfliegerkärtchen von den Gästen vor uns liegen bereit. Nun wissen wir zumindest, welche Aeromexico Statuskunden auf unseren Plätzen zuvor saßen. Das Boarding dauert noch lange an, zumindest der offizielle Vorgang. Alle Passagiere sind an Board, wir haben noch über 20 Minuten Zeit bis zum Start. Aufgrund des Verkehrs am Flughafen stehen wir noch weitere 30 Minuten auf dem Vorfeld und warten auf Startfreigabe.

Aeromexico Business Class 787-8 Kabine

Schade, es ist keine 787-9 geworden, die hat eine 1-2-1 Reverse Herringbone Anordnung. In der Aeromexico 787-8 findet man eine 2-2-2 Konfiguration mit 32 Business Class Sitzen in Summe. Dabei gibt es zwei Business Class Kabinen, im vorderen Bereich vier Reihen und im hinteren Bereich eine Reihe. Wobei die Sitze versetzt sind und somit finden sich in der hinteren Kabine acht Sitzplätze. Ein vollflaches Bett ist mit dem Sitz machbar, der Monitor jedoch wirkt etwas klein. Eine Toilette befindet sich im vorderen Bereich und eine im hinteren Bereich der Kabine. Dabei ist die hintere Toilette relativ großzügig von den Innenmaßen her ausgeführt.

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Service und Mahlzeiten

Noch am Boden erhalten wir unser Amenity Kit, welches eines der hochwertigsten in einer Business Class ist. Passt leider so gar nicht zum Rest des Gesamtproduktes Aeromexico Business Class. Nach erreichen der Reiseflughöhe, nichts. Keine Menükarte und auch kein Getränk, man denkt sich wohl, die Flasche Wasser am Platz muss reichen. Kommt dann endlich die Crew mit dem Wagen, gibt es zwei Möglichkeiten des Frühstücks. French Toast und Müsli mit Panna Cotta. Wir wählen beide das Müsli und essen es roh, ohne Milch, die gibt es nicht. Okay, wenn man das in Mexiko so macht, wollen wir uns mal nicht beschweren. Anschließend haben wir noch immer Hunger und fragen nach einem Snack, der in Form von Nüssen zu uns gebracht wird. Gleiches gilt übrigens für Getränke, wer was will, muss klingeln. Ein schlechtes Gewissen bekommt man schon, denn freundlich angesehen werden wir nicht. Eher als hätten wir die Crew bei etwas gestört.

Welch eine Überraschung, nach etwa vier Stunden Flugzeit gibt es eine warme Mahlzeit. Wofür waren eigentlich nochmal die Menükarten vom vorherigen Flug gedacht? Und warum haben wir keine bekommen? Wie dem auch sei, es gibt Pasta und Hühnchen zur Auswahl. Wir nehmen beides und der Hunger treibt es schon rein. Nichts worüber man sprechen müsste, es ist eine Mahlzeit, die so viele Airlines besser in der Qualität und vom Geschmack hinbekommen.

Aber in deutschen Supermärkten gibt es schließlich auch Fertiggerichte, wo man mit dem Messer einstechen muss, Mikrowelle und fertig. Solange das der Maßstab ist, geht das Essen auf diesem Flug durch. Sei es drum, wir nutzen die Gelegenheit und fragen wieder nach Getränken. Zum Schluss hin werden Sandwiches, Obst und Chips in der Galley aufgebaut, was von all den Aeromexico Business Class Gästen geplündert wird. Sandwiches werden sogar nachgelegt und schnell leert sich das Tablett. Haben wir etwas verpasst? War das Essen etwa nicht gut? Egal, der Flug ist bald vorbei und wir haben die Erfahrung gemacht.

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