Unser bestes Lufthansa First Class Erlebnis war ganz klar von Shanghai nach Frankfurt, da waren wir nämlich die einzigen First Class Gäste an Board eines 12-Stundenfluges. Später eine absolute Katastrophe mit einem Purser, der offensichtlich seinen Job mißverstanden hat und besser in einer JVA aufgehoben wurde. Seitdem jedoch ist die Lufthansa eine 5-Sterne Airline und wir fragen uns zurecht, was hat sich getan? Unser Flug mit der Lufthansa First Class in deren Boeing 747-8 von Frankfurt am Main nach São Paulo. Ganze 11 Stunden, leider ein Nachtflug aber mit sechst Stunden Aufenthalt im First Class Terminal vorab.

Registrierungsnummer der Maschine: D-ABYC
Erster Flug: 07.06.2012

Groundservice

Den Groundservice im First Class Terminal zu beschreiben, grenzt schon ein wenig an Dekadenz. Man kommt über den Fußweg zum First Class Terminal, nimmt den Aufzug nach oben und wird von einem persönlichen Assistenten empfangen. Die eigene Sicherheitskontrolle folgt und der Reisepass bleibt bis zum Chauffeur-Service bei der Bundespolizeistation im FCT. Auf Wunsch werden die Bereiche und Angebote des luxuriösen First Class Gebäudes erklärt. Für uns ist das heute nicht notwendig, wir waren schon einmal Gast.

Aufgrund einer Verspätung unseres Zubringers, bleiben uns gut sechst Stunden Aufenthalt hier. Genug Zeit, um einzutauchen in das Lufthansa First Class Erlebnis hier im eigenen Terminal. Gerade jedoch ist Stoßzeit im Restaurant, da müssen wir uns mit dem Mittagessen noch etwas gedulden.

Ausserdem findet in München gerade das Oktoberfest statt, ein Grund ein ebensolch spezielles Menü anzubieten. Allerdings gibt es das fantastische Schnitzel auch weiterhin, somit probieren wir uns durch beide Karten. Gut, wenn man zu zweit reist und gegenseitig probieren kann. Das Schnitzel ist genauso gut wie eh und je, jetzt fehlt nur noch der Vergleich eines echten Wieners, der sagt wie das Original zu schmecken hat. Oktoberfest-Fine-Dining trifft es besser, die Weißwurst ist genauso vorzüglich wie die geschmorte Kalbshaxe. Und ja, es gibt furchtbare Weißwürste, auch in München.

An der Bar unterhalten wir uns ausführlich mit dem Barkeeper. Er kennt sich aus auf seinem Gebiet und wir reden über Whiskys und Vodkas, sowie einen Schnaps für 200€ die Flasche. Da wir jedoch noch drehen müssen, sparen wir uns jegliche Kostprobe, auch wenn die Ansprache sehr verführerisch klingt. Ein Bad mit Quitscheente und Champagner, es muss einfach sein bei sechs Stunden im FCT.

Später werden wir mit dem Porsche Cayenne zum Gate gefahren und dürfen einige Minuten vor den anderen First Class Gästen an Board. Vielen Dank an der Stelle an die Helfer hierfür, so waren uns einige Szenen und Fotos der leeren Kabine möglich.

Boarding

Während des Boardings der anderen Gäste werden die Lufthansa First Class Gäste vom FCT zum Flugzeug gefahren. Hat der Flieger eine Brücke, gibt es einen Aufzug an der Stelle. Vom Fahrer werden wir bis an die Eingangstür des Flugzeugs gebracht und vorgestellt. Freundlich begrüßt und zum Platz gebracht, eine Erklärung des Sitzes ist für uns nicht notwendig. Da wir wie üblich die obligatorischen Szenen und Bilder machen wollen, muss der angebotene Drink noch einen Moment warten. Später dann gibt es die Macadamianüsse mit einem Glas Champagner. Ein heißes Tuch folgt noch am Boden und die Menü- sowie Getränkekarte wird ausgehändigt. Auch das Oktoberfest-Amenity-Kit erhalten wir von unserem Flugbegleiter, was für eine famose Idee für die Lufthansa First Class Gäste.

Lufthansa First Class Kabine 747-8

So wie bei vielen anderen Airlines steckt die Lufthansa First Class im unteren Deck ganz vorne. Unterhalb des Cockpits sozusagen, man fliegt noch weiter vorne als die Piloten. Dadurch ergibt sich eine gemütliche Konfiguration, sechs Fensterplätze und einen Pärchensitz in der Mitte gibt es. In der Summe also acht Lufthansa First Class Sitze. Für die Gäste stehen zwei Waschräume zur Verfügung. Diese sind bedingt durch den Flugzeugtyp nicht ganz so üppig wie in einer A380, dennoch etwas größer ausgeführt. Zum Lufthansa First Class Sitz haben wir hier ausführlich ein paar Worte verloren.

Service und Mahlzeiten

Entspannt geht es noch am Boden los, nachdem die weiteren First Class Gäste das Flugzeug betreten haben. Unser Willkommens-Champagner wird noch am Boden nachgefüllt und unser Flugbegleiter macht einen sehr aufmerksamen Eindruck. Nach dem Erreichen der Reiseflughöhe wird ein kleiner Gruß aus der Galley gereicht und wir werden nach der Wahl unseres Hauptgangs gefragt. Wobei Stefan hier keine Wahl treffen kann, er hat sich im Vorfeld das Schnitzel als Sondermahlzeit bestellt. Das muss man einfach mal probieren fürs Video. Während wir gemütlich in unserem Sitz verweilen, stellt sich der Purser  vor und wünscht uns einen besonders angenehmen Flug. Es ist ein Nachtflug, wir werden zeitig schlafen.

Weiter geht es mit dem Vorspeisenwagen und beide wählen wir alles, was auf der Speisekarte aufgeführt wird. Inklusive ein wenig Wodka zum Kaviar. Dabei kommt der Tisch der Lufthansa First Class an seine Grenzen. Ich erinnere mich noch an Japan Airlines, das war ein riesiger Tisch und dort hat alles Platz gefunden. Beim Catering gibt es nichts auszusetzen. Geschmacklich spielt Lufthansa hier weit oben bei den First Class Produkten mit. Optisch zudem bestmöglich angerichtet, wie es in einem Flugzeug soweit möglich ist. Auch die Weinempfehlung hat ins Schwarze getroffen, zum Hauptgang gab es noch eine Weinprobe der Rotweine. Hätte ich mich allein auf die Empfehlung des Flugbegleiters verlassen, wäre auch hier nach meinen Vorstellungen die ich ihm äußerte, der Richtige empfohlen worden. Beim Nachtisch darf es etwas weniger Käse sein, mehr geht an der Stelle einfach nicht. Mir wird noch das Bett gemacht und ein entspannter Schlaf von etlichen Stunden steht bevor.

Zum Frühstück wählte ich zwei Spiegeleier, frisch zubereitet an Board! Dazu etwas Jogurt und Früchte, vielmehr muss es nicht sein. Erst als die Auswahl an Marmelade und Honig kommt, greife ich zu einem Baby-Nutellaglas. Diese Frage stellten wir uns einige Wochen im Vorfeld schon, ob Lufthansa in der First wohl Nutella hat? Ja, die kleinen Gläser mit einer Portion, genau so hat es Stil.

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