Wir wollen es nochmal versuchen, die in die Jahre gekommene 2-2-2 Lufthansa Business Class A350-900 auf Langstrecke. Seit unserem letzten Flug mit der Lufthansa Business Class hat sich einiges getan. Inzwischen ist es eine 5-Sterne Airline und ein paar Dinge wurden am Produkt verändert. Doch reicht das schon, um ein komplett neues Reisegefühl in der Lufthansa Business Class zu erleben? Wir haben es vom Flughafen Seoul nach München und einer Flugzeit von 11,5 Stunden ausprobiert.

Registrierungsnummer der Maschine: D-AIXF
Erster Flug: 24.10.2017

Groundservice

Am Incheon Airport können wir die Asiana Airlines Lounge nutzen. Dort werden übrigens auch Duschen und hochmoderne Massagesessel angeboten, beides haben wir ausprobiert und insbesondere den Sessel als empfehlenswert beurteilt. Zudem finden wir zwei Bierzapfanlagen vor, die üblichen alkoholischen Getränke und eine relativ große Auswahl an Speisen. Dazu gesellen sich Instant-Nudeln, welche sich großer Beliebtheit erfreuen. Etwas mehr alkoholfreie Softdrinks wären wünschenswert, insbesondere ohne Zucker. Letztendlich gibt es nur Wasser ohne Zucker, keine Cola light oder zero etc. Dafür kann man das Treiben auf dem Vorfeld beobachten, wir hatten etliche Stunden Zeit in der Lounge verbracht.

Boarding

Auf Grund der fehlenden Boardingpässe sind wir zeitnah vor dem Zustieg zum Gate gelaufen. Dort steht unser Koffer und wartet, dass wir auch wirklich auftauchen. Da wir am Flughafen Seoul nur im Transit waren und der Koffer bis München durchgecheckt wurde, waren wir hier handlungsunfähig. Allerdings ist das alles kein Problem gewesen, die Boardingpässe wurden gedruckt und der Koffer verladen. Wir bleiben gleich vorne stehen und sind die ersten an Board. Endlich bekommen wir beim Priority Boarding die Möglichkeit die gesamte Kabine zu filmen und an Board kannte uns ein Großteil der Crew. Nur der Kapitän vom alten Schlage nicht, der hat mein iPhone und die Instagram-Story als potentielle Gefahr eingestuft. Stolz ist er auf seinen Beruf und mit entsprechender Rowdy-Macho-Manier erklärt er uns in sehr rauem Ton, dass wir das was wir tun sofort zu beenden haben. 

Wohlgemerkt handelt es sich aktuell nur um ein Smartphone, nicht um eine echte Kamera oder ähnliches! Nun ja, was will man da machen.

Lufthansa Business Class A350-900 Kabine

Uns scheint die Lufthansa Business Class auf den ersten Blick enger, als viele andere Produkte auf dem Markt. Vergleiche ich mit einer 2-2-2 Bestuhlung von Avianca oder die alte Qatar Airways, so sind diese weitläufiger und privater ausgeführt. Zwar füßelt man bei der Lufthansa 2-2-2 in der A350 nur in der Mitte und nicht an den Fensterplätzen, dennoch hat man sehr wenig Privatsphäre. Ein kleiner Trenner zwischen den Sitzen fehlt, ich kann jederzeit sehen was der Nachbar links und rechts neben mir isst und auch die Monitore sind sehr gut einsehbar. Selbst die Dame am anderen Fenster sieht genau, was wir zum Essen bestellt haben. Da fällt uns wieder auf, wir sind lange keine Lufthansa Business Class auf Langstrecke geflogen.

Auf Grund der Version 1-Bestuhlung dieses Lufthansa A350 stehen 48 Business Class Sitze in zwei Kabinen zur Verfügung. Wir sitzen im hinteren Teil mit 12 Sitzplätzen in zwei Reihen. Zwischen den beiden Business Class Kabinen befinden sich zwei Waschräume.

Service und Mahlzeiten

Aufgrund einer Verspätung von einer Stunde und regem Luftverkehr über China müssen wir noch eine weitere Stunde am Boden bleiben. Damit kommt nach dem Begrüßungsdrink, einem Winzersekt oder alkohlfreien Getränken jetzt schon der Aperitif. Da gibt es dann Champagner und jeglichen Getränkewunsch nach Wahl, sowie einen Nussmix. Zusätzlich werden die Speisekarten verteilt. Nun kommt die Purserin zu uns und wir besprechen noch einmal mit ihr das ruppige Auftreten eines Kapitäns, welcher in Sachen Wortwahl und Freundlichkeit ein paar Schippen drauflegen könnte. Nachdem dann vermittelt wurde und der Copilot uns ebenfalls kannte und genau erklärt hat, was wir tun, haken wir das als Missverständnis ab. Klar dürfen wir uns selbst filmen, mehr wollten wir auch gar nicht.

Immerhin müssen wir keine ganze Stunde am Boden verbringen, es wurde wohl doch noch ein Slot frei. Los geht es und nachdem die Reiseflughöhe erreicht wurde, beginnt der Service. Ein heißes Tuch, ein weiteres Getränke und der bereits am Boden abgefragte Speisewunsch kommt ziemlich flott. Ab Seoul konnte man uns das Bibimbap empfehlen, wir hatten es bereits bei Korean Air in der First und bei Asiana in der Business Class. Da geht ein großes Lob an den Caterer, Lufthansa wurde mit dem bisher wohlschmeckendstem Bibimbap ausgestattet. Natürlich nur, sofern wir das überhaupt beurteilen können und ja, in Seoul haben wir es auch probiert

Während des gesamten Fluges werden jegliche Wünsche erfüllt und vom Service her gibt es keinen Ansatz zur Kritik. Nach ein paar Stunden Schlaf erwartet uns jeweils ein kleines Geschenktütchen mit Nüsschen und Gummibären. Eine sehr nette und aufmerksame Geste.

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