Unser Flug in der Japan Airlines First Class geht von Los Angeles nach Tokio und hat stolze 12 Stunden Flugzeit geplant. Zum Einsatz kommt die aktuelle JAL First Class in deren Boeing 777-300ER. Darauf freuen wir uns ganz besonders, denn wer schon einmal die japanische Mentalität kennengelernt hat weiß, wie respektvoll und zuvorkommend diese Menschen sind.

Registrierungsnummer der Maschine: JA734J
Erster Flug: 18.07.2005

Bild: Felix von insideflight, mit freundlicher Genehmigung von Japan Airlines.

Groundservice

Am Flughafen von Los Angeles betreibt Japan Airlines keine eigene Lounge und First Class Gäste gehen hier in die Qantas First Class Lounge. Dort wird ein Restaurantservice angeboten, Gerichte à la carte. Inzwischen sind wir jedoch hungrig und bestellen zumindest den Obstsalat, denn es gibt erst 30 Minuten nach unserer Ankunft Mittagessen. Des weiteren bietet die Lounge verschiedene Sitzmöglichkeiten und die Möglichkeit zu duschen. Eine riesige Bar mit einer schier unglaublich großen Auswahl sämtlicher Getränke dominiert den Speisebereich. Auch das Mittagessen wird nach Karte bestellt, sehr lecker! Bei dieser Gelegenheit marschiert Ben Schlappig mit seinem Freund in die Lounge, wir mussten weiter und wollten beim Essen nicht stören.

Boarding

Was passiert, wenn man das geordnete Boarding in den USA mit der Genauigkeit der Japaner mischt? Menschen stehen in Reih und Glied, wissen genau was sich gehört und der Zustieg läuft extrem sortiert ab. Zuerst wie üblich Familien mit Kindern und körperlich eingeschränkte Menschen. Darauf folgen die First Class Gäste und wir gehen an Board.

An Board werden wir mit aller Höflichkeit und Respekt begrüßt und zum Platz gebracht. Sofort folgt die Purserin und stellt sich uns in gleicher Manier vor. Wir lieben diese Professionalität und ausserordentliche Höflichkeit. Um so erstaunter war unsere Stewardess, als wir unsere Süßigkeitentüte aus Deutschland überreichten. Bald hatten wir den Eindruck, sie bekommt Tränen in den Augen, sie konnte es kaum glauben. Okay, wer bekommt von Los Angeles nach Tokio auch so weit hergebrachte Dinge aus Deutschland?!

Weiter bekommen wir ein Amenity Kit und den Welcome Drink, sowie einen Schlafanzug offeriert. Am Boden wird noch einmal nachgeschenkt und das in einer ganz besonderen Art, die den Flug über anhält: Unsere Stewardess läuft den Gang entlang bis zum Ende und überblickt alles was bei den Gästen vor sich geht. Dreht am Ende des Ganges um und auf dem Rückweg wird nachgefragt, ob dies oder jenes benötigt wird oder abgeräumt werden darf. Ja, den ganzen Flug über geschieht das so und wir empfinden es beide als äußerst angenehm.

Japan Airlines First Class Kabine in der 777

Die Japan Airlines First Class Kabine ist in einer 1-2-1 Konfiguration ausgeführt und es stehen acht Suiten zur Verfügung. Dabei ist die Privatsphäre gut und absolut ausreichend. Ich kann zwar mit etwas Wohlwollen sehen was mein Nachbar auf der anderen Seite des Ganges ist, mehr aber auch nicht. Dafür ist es einer der bequemsten Sessel, nein ein Thron in dieser JAL First Class! Ausgesprochen gemütlich der Sessel und zum Bett umfunktioniert äußerst breit und ideal zum Schlafen.

Ein Highlight ist der Tisch, er wird von vorne unter dem Monitor im Ganzen bis nach hinten geschoben. Kein Ausklappen, kein Herausholen und somit auch sehr leicht für die Crew. Ähnlich ist es übrigens bei Emirates in den neuen First Class Suiten gelöst. Für die maximal acht Japan Airlines First Class Gäste stehen im vorderen Bereich der 777 zwei Waschräume zur Verfügung.

Service und Mahlzeiten

Wenn ich bei den Gulf-Carriern von einem hohen Servicegedanken schreibe, wirkt es auf viele im Video aufgesetzt. Hingegen ist es bei der Japan Airlines First Class nicht nur echt, sondern durch die Bank weg von Wertvorstellungen und deren Mentalität geprägt. Auf diesem Flug hatten wir den wohl bisher angenehmsten und sympathischsten Service jemals. Sicherlich kamen einige Qatar Airways Crews, welche nicht nach ausschließlich nach Lehrbuch vorgingen da heran, aber die JAL-Crew ist noch einmal eine andere Liga.

Schier unglaublich ist, wie sehr auf Kleinigkeiten geachtet wird. Auf den Fotos konnten wir nicht unterscheiden, ob Stefan oder ich dieses Gericht hatte. Es war zu 100% genauso angerichtet und ausgerichtet am Tisch. Auch wird um Zentimeter die Lage eines Gegenstandes am Tisch des Gastes korrigiert, sollte dieser nicht nach Plan liegen. Beeindruckend und faszinierend trifft es hier wohl am Besten. Von meiner Seite war ich oftmals positiv sprachlos von diesem Vorgehen.

Bei der Speisewahl fällt diese auf Japanisch, was auch sonst sollten wir wählen?! Übrigens wird zum Kaviar der Perlmutlöffel gereicht und Stäbchen gibt es ebenfalls. Wie wir in Japan unlängst festgestellt haben, kann man sogar ein Toastbrot am Morgen mit Stäbchen essen. Leider sind wir bei den servierten Speisen keine Kenner. Für uns wirkt es optisch und geschmacklich auf höchstem Niveau, was man in einem Flugzeug servieren kann. Ob dem wirklich so ist, vermag nur ein Vertrauter der japanischen Küche zu beurteilen. Immerhin sprechen die Bilder eine eigene Sprache, was die Optik und das Anrichten betrifft.

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