Emirates und Etihad im direkten Vergleich beider First Class Produkte. Wie schlagen sich beide Airlines in Punkto Kabine, Service sowie Speisen und Getränke? Nur 120 Kilometer trennen die Drehkreuze Dubai und Abu Dhabi voneinander. Beide Airlines sind in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu Hause, eine nationale Airline Etihad gegründet 2003 und staatliche Fluggesellschaft Dubais Emirates gegründet 1985.

Unsere Eindrücke rühren von zwei Langstreckenflügen in der First Class beider Fluggesellschaften gleichermaßen. Wie üblich macht enorm viel die Crew aus und die persönliche Meinung. Wir versuchen im Gesamtbild und Bedacht anderer First Class Produkte einen Vergleich zu ziehen.

Emirates First Class A380 & Etihad First Class 787

First Class

Die First Class Kabine

Emirates gestaltet die Kabinen einheitlich und mit dem Wurzelholz-Furnier und goldenen Elementen ist alles auf Luxus getrimmt. Die Meinungen hierzu gehen stark auseinander, dem einen gefällts dem anderen nicht. Wir sind weder Anhänger noch Gegner des Designs, es ist in Ordnung. Die Kabine ist sehr hell und macht auf unserem Flug einen ansprechenden Eindruck. Jeder Sitz hat eine eigene Minibar mit alkoholfreien Getränken, einem Korb mit Leckerein und Cremes sowie einem Schminkspiegel.First Class

Die Anmutung der Emirates First Class Suite ist auf extremen Luxus getrimmt. Emirates versucht dem First Class Gast alles zu bieten, was möglich ist. Ein eigenes Schreibset, fast wie im Hotel gibt es ebenfalls am Platz wie dekorative Tisch- und Wandlampen. Die Emirates First Class Suiten sind in einer 1-2-1 Anordnung angelegt, außen gibt es vier Reihen und in der Mitte gibt es drei Reihen. Privatsphäre in den Suiten wird großgeschrieben. Auf Wunsch lässt sich die Wand zum Gang verschließen, jedoch ist es jederzeit aus Sicherheitsgründen möglich von oben hinein zu sehen. In den mittigen Suiten kann ich die mittlere Trennwand hochfahren und verriegeln. Overhead Compartments gibt es in der Emirates First Class im A380 nicht, Handgepäck wird im Fußbereich mit Gurten fest gemacht. Dadurch wirkt die Kabine noch etwas größer.

First Class

Exklusiv für First Class Gäste kann an Board auch geduscht werden. Für die Vorbereitung benötigt die eigene Mitarbeiterin für den SPA-Bereich eine gewisse Vorlaufzeit, weshalb schon im Vorfeld die Terminierung erfolgt. Eine halbe Stunde sei jedem Gast zum Duschen gegönnt, wobei das Wasser in der Dusche fünf Minuten läuft. Anschließend hat die Mitarbeiterin die kleine Bar abgeräumt und den Tee für den frisch geduschten First Class Gast vorbereitet.

Eine prall gefüllte Tasche bekommt man dann, wenn die Dusche reserviert wurde. Darin enthalten ist ein Schlafanzug, noch einmal Slipper, das persönliche Amenity Kit von Bulgari und eine Fließtasche, welche den Schlafanzug warmhalten soll.

First Class

Die Etihad First Class Kabine des Etihad Dreamliners besteht aus zwei Reihen in einer 1-2-1 Konfiguration. Dabei sind die First Sitze in Suiten untergebracht, welche sich manuell verschließen lassen. Bei der Boeing 787 ist die aktuelle Version der Etihad First Class Suite verbaut. Wer einen Vergleich zur First von Emirates sehen möchte, hier unser Review. Die Farben sind Etihad typisch sandbeige mit dunklen Akzenten. Im Gegensatz zur älteren Version der Suite wird auf silberne Elemente in der Verzierung verzichtet.Etihad First Class

Die Kabine wirkt wesentlich größer als die betagtere Version im Airbus A340-600 und ist deutlich geräumiger. Der Bildschirm ist ebenso größer und löst höher auf. Üblich für die Etihad First Class sind die fehlenden Overhead Compartements, unter dem Ottoman findet sich ein sehr großes Fach. Da passt sogar der große Rimowa Cabin Multiwheel mit 55,00 x 20,00 x 40,00 cm Abmessung hinein. In der Front des Flugzeuges befinden sich zwei Waschräume exklusiv für die First Class, diese sind recht geräumig. Auf zusätzliche Zahnbürsten, Rasierer oder Mundspühlungen usw. verzichtet Etihad im Gegensatz zum A340, es steht das Amenity Kit allein zur Verfügung.

Der Service

Flugbegleiter in der Emirates First Class sind extrem freundlich und zuvorkommend, es wird immer gelächelt und fast schon überschwänglich der Dienst am Gast vollbracht. Gleich nach dem Eintreffen kommt der Welcome-Drink und arabischer Kaffee dazu Bateel-Datteln, eine arabische Spezialität. Der Dom Pérignon 2006 in der Emirates Edition ist ein wahrer Genuss. Noch während die anderen Gäste zusteigen werden Canapés serviert und der persönliche Snackkorb sowie die Slipper bereitgestellt. Übrigens ist der Snackkorb nach dem Start wieder aufgefüllt und auch die persönliche Minibar wird stets nachgefüllt. Die Flugbegleiterinnen haben stets ein Auge auf mich gehabt und standen bereit, wenn es an irgendetwas fehlte.First Class

Direkt nach dem Boarding steht bei Etihad eine Flugbegleiterin  zur Seite, welcher Getränke nach Wunsch serviert und noch am Boden nachfüllt. Ebenfalls werden die Getränkewünsche für die Zeit unmittelbar nach dem Start aufgenommen. Wie bei Etihad in der First Class bekannt, kann ich zu jeder Zeit das bestellen, was ich essen oder trinken möchte. Eine Frage ob schon Wünsche bestehen erfolgt noch während des Boardings anderer Gäste. Empfehlungen des mitreisenden Küchenchefs kann gefolgt werden, was wir aus guter Erfahrung auch tun. Eine große Auswahl an feinen Speisen stehen zur Verfügung, ergänzend das Lounge und Grill Menü, sowie das Tagesgericht. Der Inflight-Küchenchef erklärt ausführlich und mit Engagement die Gerichte, verspricht sogar das Steak-Filet medium für Stefan und medium rare für mich zu grillen.

First Class

Speisen und Getränke

Der Kaviar Service bei Emirates war ausgezeichnet und zum Ende des Fluges haben wir uns diesen noch einmal gegönnt. Der weitere Service bei Emirates in der First Class funktioniert wie in einem Restaurant nach à la carte Service. Wenn ich möchte, kann ich zu jeder Zeit das bestellen, worauf ich gerade Appetit habe. Einige Gerichte benötigen jedoch eine längere Zubereitungszeit, Garnelen zum Beispiel brauchen eine knappe halbe Stunde. Ein Besuch der Emirates A380 Business Class on Board Bar steht mir frei. Meinen Champagner allerdings bekomme ich aus der First Class in deutlich größeren Gläsern. Selbstredend wird mir der gute Dom Pérignon gebracht.

First Class

Nach Erreichen der Reiseflughöhe geht der Etihad First Class Service blitzartig los. Mir wird der Gruß aus der Küche mit persönlichem Willkommensbrief und Aperitif an den Platz gebracht. Auf dem Silbertablett findet sich in drei kleinen Schälchen warme Nüsse, Oliven und Antipasti.

Anschließend dekoriert die Flugbegleiterin den sehr massive Tisch für die Vorspeise. Es steht ein enormer Platz zum Dinieren zur Verfügung. Poliertes, schweres Besteck findet man bei Eithad in der First Class. Schade finde ich, dass der Caviar Service nur in der Residence zur Verfügung steht. Der normale First Gast  bekommt diesen nicht mehr. Geschmacklich hat es uns bei Etihad besser geschmeckt, beide Produkte liegen jedoch auf sehr hohem Niveau.First Class

Fazit

Zwei First Class Produkte zu vergleichen ist enorm schwer. Viel zu sehr spielt der eigene Geschmack und die persönlichen Vorlieben eine Rolle. Dazu kommt grundsätzlich die Crew und deren Service am Gast. Eine leere Kabine tut ihr übriges, zwei schreiende Kinder bei Etihad in der First Class blenden wir bewußt aus. Emirates sowohl als auch Etihad liefern wie erwartet ein solides Produkt in der Luft und am Boden in der Lounge ab. Völlig neutral betrachtet liegen beide gleich auf. Käme ein dritter ins Spiel, sähe es wohl anders aus. Gerade wenn der persönliche Assistent der Lufthansa First ins Spiel kommt. Dieser mich vom Check In, durch die Sicherheit und die Aus- oder Einreise begleitet und von der Lounge zum Flieger bringt, fühle ich mich als First Class Gast noch einmal ein Stück weit mehr Wert geschätzt.