Wir fliegen in der El Al Business Class und deren Boeing 777-200ER von Paris nach Tel Aviv. Im Gegensatz zu anderen Fluggesellschaften, werden Flüge mit El Al unter besonders strengen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt. Wir sagen euch, was das für uns bedeutet hat. Besonders jedoch, wie das Business Class Produkt auf einem knapp vier  Stunden Flug aussieht.

Registriernummer: 4XECD
Erster Flug: 17.05.2002

Groundservice

Zum Groundservice nehmen wir die besonderen Sicherheitsvorkehrungen der Airline mal mit rein. Laut Wikipedia sind Passagiere der El Al verpflichtet, sich drei Stunden vor Abflug zum Check-in zu melden. Dieser wird von Sicherheitskräften in Zivilbekleidung und bewaffneten Polizisten beziehungsweise Soldaten überwacht. Sie achten auf Gegenstände, die explosive Mittel beinhalten könnten, aber auch auf eventuelles verdächtiges Verhalten der Passagiere. Bevor wir nämlich überhaupt zum Checkin kommen, werden wir zusammen befragt. Vom Hörensagen soll das eigentlich getrennt stattfinden, war jedoch nicht der Fall. Auch der zweite Reisepass ist wenig hilfreich, wir werden nämlich danach gefragt, ob wir einen zweiten Reisepass haben. Wie ihr euch vorstellen könnt, sind Einreisestempel aus Doha, Dubai, Ägypten, Indonesien und Malaysia drin. Damit findet unsere Befragung intensiver statt, als bei vielen anderen Passagieren. Gepäck haben wir keins, der Koffer kam ja nicht mit von Hannover nach Paris.

Über eine Stunde dauerte es, bis jedes einzelne Kabel und jedes einzelne Produkt auf Sprengstoff getestet wurde. Ihr kennt das bestimmt, den Sprengstofftest mit der Maschine, die bestätigt es ist okay oder nicht. Ja, dies wird wirklich für jedes Kabel durchgeführt und davon haben wir viele. Anschließend geht es zum Checkin und es sind bereits gut zwei Stunden vergangen. Dabei ist die Lounge okay, ein kleines Angebot an Speisen und Getränken jeglicher Art.

Boarding

Auch das Boarding findet anders statt, als wir es kennen. Noch einmal eine Kontrolle der israelischen Sicherheitsbeamten und noch einmal genaues Prüfen der Passagiere, ob diese tatsächlich die sind, wie im Ausweis angegeben. Wird anderswo auch gemacht, jedoch deutlich lascher als hier. Da unser Instantkaffee in Einzelportionen nicht geprüft werden konnte, musste dieses Amenity Kit in die Druckkammer. Apropos wird das Gepäck in einer Dekompressionskammer den im Flug herrschenden Druckverhältnissen ausgesetzt, damit druckabhängige Zünder schon am Boden detonieren. Ein aufwendiger und kostenintensiver Vorgang für die Sicherheit.

Als unser Kaffee dann endlich kam, dürfen wir das Flugzeug betreten. Jedoch mussten wir das Foto löschen, welches wir vom Flieger gemacht haben. An Board ändert sich das Klima dann gewaltig. Enorm freundlich, der Kamera extrem offen gegenüber und schnell! Man verriet uns, wenn ein Isreali nicht sehr schnell das bekommt was er bestellte, wird er ungehalten. Daher ist der Service hier auch sehr fix, wir bekommen einen Welcome Drink nach Wahl. Und wenn es ein Cocktail sein soll, wird dieser gemacht, es gibt keine Einschränkung!

El Al Business Class 777-200ER Kabine

Leider hat El Al eine recht angestaubte Business Class in vielen Fliegern der Flotte. Jedoch wollen wir uns nicht für einen knapp vier Stunden Flug beschweren! Schließlich geht es in deren Top-Produkt, der Boeing 787-9 weiter nach Hongkong. Sogar eine First Class ist verbaut, jedoch unterscheidet sich der Service auf diesem Flug nicht von der Business Class. Es folgt eine 2-3-2 Konfiguration in zwei Kabinen. Wir sitzen im hinteren Teil, direkt am Notausgang mit sehr viel Platz und der Galley direkt vor uns. Ebenfalls befinden sich die zwei Business Class Toiletten an dieser Stelle. Fünf Reihen und somit 35 angewinkelte Business Class Sitze sind verbaut.

Auch die Sicherheit im Flugzeug ist enorm, wir zitieren mal WikipediaAn Bord jedes internationalen Fluges der El Al befinden sich versteckt bewaffnete Sicherheitskräfte, so genannte FlugsicherheitsbegleiterAußerdem sind die meisten Piloten ehemalige Angehörige der israelischen Luftwaffe und somit geschult im Umgang mit Waffen und in der Selbstverteidigung. 

El Al Business Class 777-200ER mit Raketenabwehrsystem! | GlobalTraveler.TV
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Alle Flugzeuge der El Al sind mit einer doppelten Tür zum Cockpit ausgestattet, um nicht berechtigten Personen den Eintritt zu erschweren. Der Zugang zu den Türen ist mit einem Zahlencode gesichert. Die zweite Tür kann nur geöffnet werden, wenn die erste Tür geschlossen wurde und die Person die Erlaubnis des Cockpitpersonals erhält. Als weitere technische Maßnahme ließ El Al die Bodenplatten zwischen Passagier- und Frachtraum verstärken, um das Flugzeug vor großen Schäden, verursacht durch eine Bombenexplosion, zu schützen.

Service und Mahlzeiten

Inzwischen haben wir Reiseflughöhe erreicht und unmittelbar beginnt der Service. Von einem kleinen Wägelchen werden Getränke jeglicher Art angeboten. Anschließend vom Wagen unser Speisewunsch. Jedenfalls hat es uns interessiert, ob das Catering aus Paris kam oder Tel Aviv: Es kam aus Tel Aviv, war nämlich ausgesprochen lecker, auch wenn es optisch nicht jedermanns Geschmack sein dürfte. Getränke werden jedem Gast nachgefüllt, hier braucht auch nicht gefragt werden. Der Service ist ausgesprochen aufmerksam und äußerst freundlich. 

Wir wählten unterschiedliche Speisen, die beliebteste Wahl war das Hühnchen von Stefan. Weil es eine isrealische Spezialität sein soll, wird es besonders gern vom Gast bestellt und auch Stefan hat es sehr geschmeckt. Schade, dass ich auf dem Rückflug dies nicht probieren konnte, denn aufgrund eines Defekts der Maschine, sind wir auf Lufthansa umgebucht worden. Nachtisch wird erneut vom Wagen gereicht, auch hier besteht die Auswahl zwischen verschiedenen Desserts.

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