Mein Flug mit der American Airlines First Class geht in der Boeing 777-300ER von London Heathrow nach Los Angeles. Dabei wurde eine Flugzeit von 11:30h kalkuliert. Was bietet American Airlines in der interkontinentalen First Class, der Flagship First?

Registrierungsnummer der Maschine: N721AN
Erster Flug: 19.02.2013

Groundservice

Zwar betreibt American Airlines eine eigene First Class Lounge in Heathrow, wir ziehen jedoch die Cathay First Class Lounge im Terminal 3 vor. In der Vergangenheit waren wir stets von der Qualität der Speisen in den Cathay Pacific Lounges überzeugt. Auch die Cathay Pacific First Class Lounge in London macht hier keine Ausnahme. Leider sind wir noch etwas früh dran und bis 11 Uhr gibt es beim Fine Dining Frühstück.

Darauf können wir aber gerade nicht, also nur ein Snack und es wird im Flieger gegessen. Getränketechnisch steht alles bereit, was das Herz begehrt. Dementsprechend stellt sich eher die Frage, was gibt es nicht im Angebot? Das Angebot der Dusche brauchen wir nicht, lieber genießen wir die eindrucksvolle Sicht auf das Vorfeld des Heathrow Airport.

Boarding

Schon vor dem Boarding finden sich zwei Reihen, einmal Economy und Business sowie First. Jedoch findet der Zustieg bei American Airlines sinnvollerweise nach Gruppen statt. Infolgedessen wird diese Information auch mit dem Start des Boardings durchgesagt und der übliche Ansturm bleibt aus. Ebenfalls als angenehm empfinden wir, dass sich nicht schon vor dem eigentlichen Aufruf lange Schlangen vor dem Gate bilden. Es geht geordnet und zügig an Board, in folgenden Flügen läuft das bei den US-Carriern immer so. Da sollten sich doch so manche Airlines ein großes Scheibchen abschneiden.

American Airlines First Class Kabine der 777

Die American Airlines Boeing 777 ist in drei Klassen bestuhlt: First, Business und Economy. Zum ersten Mal sehen wir durchsichtige Vorhänge zwischen den Klassen, ob es dem Luftstrom dienen soll? Der Grund erschließt sich uns nicht. Ferner ist die American Airlines First Class in einer 1-2-1 Konfiguration ausgeführt und besteht aus zwei Reihen. Zwei Waschräume stehen den acht First Class Gästen zur Verfügung. Bei der Privatsphäre muss der First Class Gast in der American Airlines 777 Abstriche machen.

Meinen Nachbarn vom Fenster zum Gang konnte ich sehr gut bei verschiedenen, hochinteressanten Schlafpositionen beobachten. Da schafft die Arbeitsposition Abhilfe! Der First Class Sessel lässt sich in drei Positionen drehen: Start- und Landung, absolut gerade. Film- und Speiseposition, leicht zum Fenster oder Bildschirm gerichtet. Zuletzt die Arbeitsposition, jetzt sitze ich mit dem Rücken zum Gang und schaue auf das Fenster. Nun kann ich mit dem Laptop arbeiten oder anderen Arbeiten am Mini-Schreibtisch in 39.000 Fuss Höhe nachgehen.

Service und Mahlzeiten

Mit amerikanischer Lässigkeit beginnt der Service an Board. Ein Schwätzchen hier, ein Späßchen da, wir haben den Eindruck in einem Diner nach einer weiteren Tasse Kaffee gefragt zu werden. Demgegenüber wirken andere First Class Produkte einstudiert und etwas steif. Beides hat seinen Reiz, wir fliegen zum ersten Mal mit American Airlines in der interkontinentalen First Class, weshalb uns die Art überrascht. Einen Welcome Drink gibt es am Boden, der Schlafanzug wird mit prüfendem Blick auf die vermutliche Größe dessen übergeben. Im Folgenden wird die Menükarte für den heutigen Flug übergeben. Da wir noch Zeit bis zum Start haben, wird der Menüwunsch ebenfalls am Boden abgefragt.

Nach Erreichen der Reiseflughöhe nimmt der Service seinen Lauf. Drinks, Nüsschen, warme Tücher – auch bei American Airlines keine großen Überraschungen. Die lockerlässige Art bleibt, jedoch haben wir den Eindruck es wird vom Ablauf wie beim Training erlernt. An diese Kombination kann man sich gewöhnen. Ganz aus sich herausgekommen sind die Deutschen bei unserem Lufthansa First Class Flug nicht, obwohl wir allein in der Kabine waren. Ein interessanter Vergleich, der sich für uns da ergibt. Die Speisen sind sehr gut, dass langsam gekochte Fleisch war die bessere Wahl als der Fisch. Den Kaviarservice vermissen wir, gehört doch irgendwie in der First Class dazu.