Mein 45 Minuten-Flug geht von Washington-Dulles nach Philadelphia mit der UA 6152 von United Airlines, durchgeführt von Mesa (Partnership von United).

Registrierungsnummer der Maschine: N5-05MJ
Erster Flug: 2002

Check In

Ich hatte mich bereits online eingecheckt und begab mich 2 Stunden vor Abflug an den Schalter von United. Dort beugten sich sichtbar unmotiviert zwei Mitarbeiter über den Tresen und sagten mir: Gehen sie da rüber, wir brauchen eine ausgedruckte Boardkarte. Ich checkte also erneut meinen Flug am Terminal ein. Auf einmal tauchte folgende Information auf: Ihr Flug ist überbucht, wären sie bereit für etwa 150 Dollar einen anderen zu nehmen. Ich dachte, da ich eh nix vor habe, warum nicht. Eine Mitarbeiterin von United kam mir zur Hilfe. Auf meine Nachfrage, welche Option bzw. Alternativen es für meinen überbuchten Flug gebe, sagte sie nur – fragen sie den Check In.United

Ich musste dann eigenständig mein Gepäck wiegen und die Banderolle am Koffer anbringen; zudem bekam ich einen Beleg fürs Gate, dass ich bereit wäre eine Alternative zu fliegen. Dann erneut den Weg zu den zwei Herren. Diese überprüften nochmal das Gewicht meines Koffers. Auf meine Nachfrage hinsichtlich der Alternativen kam nur – fragen sie am Gate. Ich bemerkte kurz an, dass sie gerade meinen Koffer entgegen genommen haben, falls ich ihn benötige. Darauf bekam ich die patzige Antwort: wenn 10 min nach dem letztem Koffer sich keiner am Kofferband einfindet, dann wird dieser erstmal sichergestellt. Dann können sie sich ja in Philadelphia nach Ankunft dort nach dem Verbleib erkundigen. Gut, ich habe nicht mein Leben oder meine Familie im Koffer, aber erstmal benötigt man ja ggf. schon das ein oder andere Teil bei Ankunft am Ziel.

Mit dieser Auskunft konnte ich nicht leben und begab mich vor der Security zum Schalter von United. Die Mitarbeiterin war super freundlich und sagte mir mein Abflug wäre um 13 Uhr, dass um 15:00 und um 22:00 Uhr noch zwei Maschinen von United gehen würden (beide voll) und um 15:40 zudem noch American Airlines vom Ronald Reagan Flughafen eine Alternative (nicht voll) wäre. Sollte es dazu kommen, sollte ich versuchen, diese zu bekommen. Das Gepäck würde verladen bleiben und man würde mich mit dem Taxi kostenfrei zum anderen Flughafen bringen.

Das passiert aber, wenn überhaupt, alles am Gate. Dort melden sie sich bitte, sobald jemand von United dort Präsenz zeigt.

Sie sagte noch ganz charmant – 150 Dollar wären wenn nur der Anfang. 400 Dollar ist Minimum.

Security

Die Security lief reibungslos (nach dem Neustart des Nacktscanners) und freundlich.

Boarding

Der Flughafen im Domestic Bereich ist äußerst dreckig und in die Jahre gekommen. Auch sollte man nach Möglichkeit den Besuch auf einer Örtlichkeit vermeiden. Ich unterdrückte also jegliche Gefühle und begab mich zum Gate. Als eine Mitarbeiterin am Gate ankam, wendete ich mich unverzüglich an diese.

Relativ unfreundlich nahm sie meinen Zettel entgegen mit dem Worten: „Können sie hier lassen, aber voll ist die Maschine nicht. Oder sie nehmen sie einfach wieder mit“. Auf meine Nachfrage, warum denn der Automat sowie der Counter von United eine solche Aussage getroffen haben, erwiderte sie nur „dann lassen sie den Zettel doch hier, wenn sie wollen“. Das Boarding verzögerte sich leider noch etwas, die Maschine war sichtlich noch nicht da.

Man sollte hier erwähnen, dass es nicht wie man es von anderen Flughäfen kennt einen Finger zur Maschine gibt, sondern einfach eine normale Haustür in eine Wand eingebaut ist. Diese öffnete sich und Gäste kamen an.

Nun wurde aufgeregt eine Durchsage durchgeführt, dass es sich um eine relativ kleine Maschine handeln würde und man gebeten wird, das Handgepäck einmal vorzuführen. Bei größeren Handgepäckstücken wurde dann ein Anhänger an diesem Gepäckstück angebracht und man bekam es inkl. einer Belegnummer wieder ausgehändigt.

All diese Gepäckstücke sollte man dann vor dem einsteigen in die Maschine an einem ausgezeichneten Bereich abstellen. Dort erfolgt die Verladung zu anderen bereits aufgegeben Gepäckstücken. Ob und wo man diese wieder ausgehändigt bekommt, wurde nicht durchgesagt, daher ging ich vom Kofferband in Philadelphia aus.

Das Boarding begann. Es erfolgte ein unstrukturiertes Boarden der Gäste. Mein Koffer stellte ich zu den anderen bereits abgestellten Koffern und stieg in die Maschine.

In dem relativ kleinen Flugzeug konnte ich mit 1,87m Körpergröße ganz knapp stehen. An der höchsten Stelle war es maximal 2 m hoch. Ich stieg in meine Reihe und zwengte mich zum Fensterplatz durch. Dort war es sehr eng und bedrückend.

Die Maschine ist 2-2 bestuhlt und ich war froh, dass neben mir keiner mehr zustieg, in die doch eigentlich überfüllte und überbuchten Maschine. Auf dem Boden lag noch eine Brezel und ein nicht zu definierender Müll. Scheinbar musste die Reinigung minimiert werden, aufgrund der zu späten Ankunft des vorherigen Fluges. Auch war sichtlich zu erkennen, dass es sich hierbei doch um eine relativ alte Maschine handelt.

Von meinem Platz konnte ich die Verladung des abgestellten Handgepäckes auf einmal verfolgen und traute meinen Augen nicht. Es war eine Rutsche vom Finger (Gate) angebracht. Mit voller Geschwindigkeit wurden die Koffer von einer Person rausgeschmissen, die ein weiterer Mitarbeiter unten auf eine Wagen verlud. Ich überlegte kurz, welche zerbrechlichen Gegenstände wohl im Koffer wären und wie eine mögliche Beschädigung geltend gemacht werden kann. Mein iPad war glücklicherweise in meiner Umhängetasche, aber die Brillen lagen im Koffer.

Aufgrund von Verzögerungen bekamen keinem Slot und zu viel Verkehr auf der Rollbahn verzögerte sich der Abflug zusätzlich.

Service und Mahlzeiten

Nachdem die Reiseflughöhe erreicht war, wurden die wenigen Reisenden in der Business Class sichtlich mit Getränken und Essen versorgt. Für die anderen Gäste gab es eine Ansage, dass man es leider aufgrund der kurzen Flugzeit nicht schaffen würde, Getränke zu servieren.

Sollte jemand jedoch ein kostenloses nicht alkoholisches oder ein kostenpflichtiges Getränk haben möchten, sollte man sich doch bitte bemerkbar machen. Keiner hat dies in Anspruch genommen.

Für alle Passagiere dann erkennbar haben es sich die beiden Flugbegleiterinnen im vorderen Bereich gemütlich gmacht, und ein Getränk nach dem anderen zu sich genommen.

Wir begannen dann den Landeanflug. Aufgrund von fehlenden Monitore und schlechter Sicht war es mir nicht möglich zu erkennen, wo wir uns gerade befinden. Jeder erfahrene Flieger hat jedoch erkannt, dass wir extrem lange benötigen und eine Schleife nach der anderen fliegen.

Als wir endlich unten waren, gab es auch hier so viel Verkehr dass sage und schreibe ein Taxiing von 30 Minuten hatten.

Am Kofferband angekommen, waren dann auch beide Koffer heil und unversehrt (inkl. Brillen) angekommen.

Fazit:

Ich finde United hat bei meinem zweiten Flug nicht verdient, dass sie Mitglied der Star Alliance sind. Vielleicht hatte ich auch einfach nur Pech, denn bei meinem letzten Flug von Los Angeles nach San Francisco (United selber)  kann ich mich noch an einen sehr positive Erfahrung erinnern.

Für die kurze Distanz und dann die Anreise vom und zum Flughafen würde ich das nächste mal den Amtrak wählen. In Philadelphia liegt der Bahnhof mitten im Herzen der Stadt. Die Reisezeit wird deutlich unter meiner jetzigen gelegen haben.